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Cora Schmidt-Ott

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Professur für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte

Historisches Seminar

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

 

Wissenschaftlicher Werdegang

 

Seit 2021 Doktorandin, Professur für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte, Universität Freiburg (Prof. Dr. Jan Eckel)
Sept. - Nov. 2019 Doctoral Fellow am German Historical Institute, Washington DC
2018 - 2021

Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Seminar für Zeitgeschichte, Universität Tübingen (Prof. Dr. Jan Eckel); seit April 2020 Finanzierung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft

2017 - 2018 Lehrassistenz am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte, Universität Freiburg (Prof. Dr. Ulrich Herbert)
2016 - 2017 Bavaria-Stipendiatin der Philosophischen Fakultät der Universität Freiburg
2013 - 2017

Masterstudium Vergleichende Geschichte der Neuzeit an der Universität Freiburg und der Università di Bologna
Masterarbeit: „Samuel Huntington. Ein amerikanischer Denker“

2009 - 2013

Bachelorstudium Geschichte und Amerikanistik an der Universität Freiburg und am Connecticut College, New London
Bachelorarbeit: „Der vermenschlichte Mann. Vaterrollen in der Bundesrepublik, 1945-1970“

 

Forschung

 

Aktuelle Projekte

Dissertationsprojekt:
Samuel Huntington und die intellectual history des 20. Jahrhunderts (Arbeitstitel)

Betreuer: Prof. Dr. Jan Eckel

 

Der amerikanische Politologe Samuel Huntington (1927-2008) gilt als ein maßgeblicher Sozialwissenschaftler des 20. Jahrhunderts – und als unorthodoxer public intellectual zudem. Seit den 1950er Jahren beteiligte er sich führend an Debatten über die postkoloniale Staatenbildung und politische Umbrüche in den Vereinigten Staaten selbst, über die amerikanische Rolle in der Welt und die Gestalt der globalen Ordnung. Wie wenige andere Sozialwissenschaftler polarisierte Huntington seine Zeitgenossen, denen er mal als hellsichtiger Beobachter und mal als empirisch fragwürdiger Ideologe galt. Abgesehen von seiner kontroversen Rezeption belegt seine Karriere nicht nur einen erheblichen wissenschaftlichen Einfluss, sondern auch eine kontinuierliche Nähe zur politischen Macht: Der Harvard-Professor gehörte einer Reihe staatlicher und privat geförderter Gremien an, beriet verschiedene amerikanische Regierungen und Präsidentschaftskandidaten und beteiligte sich an politischen Reformdiskussionen in Ländern wie Brasilien während der Militärdiktatur und Südafrika während der Apartheid.

Das Ziel der geplanten Studie ist es, die intellektuelle Biographie Huntingtons zu erschließen und eine Interpretation seines Werks zu entwickeln, die Huntingtons politisches Denken geschichtlich einordnet und erklärt. Erstens soll analysiert werden, in welcher Weise Huntington seine Gegenwart deutete und durch politische Empfehlungen zu gestalten versuchte. Zweitens gilt es zu untersuchen, wie sein akademisches Umfeld und seine Tätigkeit als politischer Berater die intellektuelle Produktion des Politikwissenschaftlers formten. Drittens sollen Huntingtons Interventionen in die breiteren gesellschaftlichen und politischen Diskussionszusammenhänge seiner Zeit eingeordnet und dadurch herausgearbeitet werden, inwiefern sein Denken symptomatisch für eine Generation amerikanischer cold war liberals war. Mit alledem, so die Annahme des Projekts, lassen sich zentrale Prozesse der gesellschaftlichen Selbstverständigung und Mechanismen des Umgangs mit einer als krisenhaft empfundenen Welt näher erforschen, die in der amerikanischen Geschichte der zweiten Jahrhunderthälfte tiefe Spuren hinterlassen haben.

 

Publikationen

 

Aufsätze

  • Der bedrohte »Westen«. Samuel P. Huntingtons »The Clash of Civilizations and the Remaking of World Order« (1996), in: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History, Online-Ausgabe, 17 (2020), H. 3, URL: https://zeithistorische-forschungen.de/3-2020/5893, Druckausgabe: S. 611-622.
  • Der Bär im Museum. Identitätsstiftende Narrative in Sachaliner Heimatmuseen, in: Sören Urbansky (Hrsg.): Unsere Insel. Sowjetische Identitätspolitik auf Sachalin nach 1945. Berlin 2013 (mit Charlotte Großmann).
  • Abschied von Karafuto. Japanisches Leben auf Sachalin von 1945 bis 1949, in: Sören Urbansky (Hrsg.): Unsere Insel. Sowjetische Identitätspolitik auf Sachalin nach 1945. Berlin 2013 (mit Okuto Gunji).

 

Tagungsberichte

  • Tagungsbericht „Was erklärt die ‚Globalisierung‘? Ein Gespräch über Deutungsmöglichkeiten der jüngsten Zeitgeschichte“, 13.10.2017-14.10.2017 Tübingen, in: H-Soz-Kult, 13.12.2017.

  • Tagungsbericht „Strangers in a Strange Land. Migration als Historisches Phänomen“, 17.06.2016-19.06.2016 Freiburg im Breisgau, in: H-Soz-Kult, 07.09.2016 (mit Anna Mashi).

  • Tagungsbericht "Refocusing the Modern American Family", 27.06.-29.06.2013, Münster, in: H-Soz-Kult, 11.10.2013 (mit Michael Geuenich).

 

Vorträge

  • „In search of 'political stability'. Samuel Huntington and the politics of development”, Research Colloquium North American History, Freie Universität Berlin, 28.6.2021.
  • „Samuel Huntington and the intellectual history of the American Century“, German Historical Institute Colloquium, Washington D.C., 19.9.2019.

  • „Saving Secrecy. The Commission on Protecting and Reducing Government Secrecy and its origins”, Konferenz „History of Transparency in Politics and Society“, Technische Universität Darmstadt, 18.-19.6.2019.

  • „Neue Leitbilder ziviler Männlichkeit in der Bundesrepublik“, Studentische Tagung „Gewalt Geschichte Gesellschaft“, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, 30.5.2013-01.06.2013.

 

Rezensionen

  • Rezension zu: Vaïsse, Justin: Zbigniew Brzezinski. America's Grand Strategist. Cambridge 2018, in: H-Soz-Kult, 23.10.2018.