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Philipp Gerhard

Philipp Gerhard

Doktorand

Professur für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte

Historisches Seminar

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

 

 

 

 

 

Wissenschaftlicher Werdegang

 

Seit 2019 Doktorand bei Prof. Dr. Jan Eckel
2018

Masterprüfung an der Universität Tübingen; Abschluss: Master of Arts (M.A.)
Masterarbeit: „Die luso-brasilianische Diplomatie und der Sklavenhandel als Belastungsprobe für die portugiesisch-britischen Beziehungen (1808-1820)“

2016 - 2017

Studium der Internationalen Beziehungen an der Universidade de Brasília-DF (UnB); Abschluss: Mestre em Relações Internacionais (Me.)
Dissertação de Mestrado: „‹P.S. A Europa está muito velha› - A Premência de Renovação imperial e a Diplomacia luso-brasileira no Congresso de Viena (1814-1815)";

Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD)

2014 - 2016 Studium der Geschichtswissenschaft und Lusitanistik an der Universität Tübingen
2015 - 2016

Wissenschaftliche Hilfskraft am Seminar für Neuere Geschichte der Universität Tübingen

2014 - 2015

Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere Geschichte der Universität Würzburg
Projekt: „Die Franziskaner im kolonialen Brasilien, 1500-1822“

2011 - 2014

Studium der Geschichts-, Politik- und Sozialwissenschaften an der Universität Würzburg; Abschluss: Bachelor of Arts (B.A.)

2013 - 2014

Auslandssemester an der Universidade Estadual de Maringá-PR (UEM)
PROMOS-Stipendiat

2011

Abitur am Deutschhaus-Gymnasium Würzburg

 

 

Forschung

 

Aktuelle Projekte

 

Dissertationsprojekt:
Die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Brasilien, 1969 - 1989 (Arbeitstitel)

Betreuer: Prof. Dr. Jan Eckel

 

Durch eine rigorose importsubstituierende Entwicklungspolitik drängte Brasilien multinationale Unternehmen ab Mitte der 50er Jahre dazu, eigene Produktionskapazitäten vor Ort aufzubauen. Noch vor den Vereinigten Staaten wurde das Land somit zum ersten außereuropäischen Ziel der deutschen Großindustrie und durchlief ab den 50er Jahren eine rasante Entwicklung von einem Kaffeeexporteur hin zu einem Schwellenland mit beträchtlicher Industrieproduktion. Ende der 60er Jahre fand der privatwirtschaftliche Beitrag bei der Industrialisierung Brasiliens auch zunehmende Unterstützung in der sich formalisierenden entwicklungspolitischen Agenda der Bundesregierung.


Ziel des Promotionsvorhabens ist es, das Zusammenspiel brasilianischer und bundesdeutscher öffentlicher und privatwirtschaftlicher Akteure zu erklären und zu untersuchen, wie sie das Vorhaben prägten, Brasilien von einem als rückständig wahrgenommenen Agrarstaat in die Moderne einer leistungsfähigen Volkswirtschaft zu stemmen. Damit betrachtet die Arbeit die Überschneidungszone zwischen Außenwirtschaftsförderung und der stärker am Gemeinwohl orientierten Entwicklungszusammenarbeit.


Mit Bosch und Siemens wurden zwei Unternehmen für die Untersuchung ausgewählt, die ein breites Sortiment an Produkten bedienten und an wichtigen Projekten des brasilianischen Entwicklungsvorhabens beteiligt waren. Drei davon – die deutsch-brasilianische Kooperation auf dem Gebiet der Kernenergie und der Bau des AKWs Angra II, die Entwicklung alternativer Verbrennungsmotoren und die Industrialisierung der inneren Peripherie – zeigen als Fallstudien, wie unterschiedliche Akteurskonstellationen und historische Kontexte (Boom, indebted development, Schuldenkrise) die Entwicklungspraxis beeinflussten.


Indem der Analysefokus auf multinationalen Unternehmen als handelnde Akteure der wirtschaftlichen Zusammenarbeit liegt, trägt das Dissertationsprojekt dazu bei, das sich wandelnde Verhältnis zwischen Staat und Privatwirtschaft in den „langen 1970er Jahren“ anhand einer transnationalen Beziehungsgeschichte über das Nord-Süd-Gefälle hinweg zu verorten. Wann und wieso die Privatwirtschaft miteinbezogen wurde und wie sich dadurch das Wesen der Entwicklungszusammenarbeit veränderte ist nicht nur für die deutsch-brasilianischen Beziehungen von Bedeutung, sondern auch für das Verständnis des gesamten Politikfelds nach der ersten „Entwicklungsdekade“.

 

Publikationen

 

Aufsätze

 

  • (Mit Peter Johann Mainka) "Frei Francisco de Santa Teresa de Jesus Sampaio (OFM) e a Independência do Brasil", in: Luiz Fernando Conde Sangenis (Hg.), Franciscanos no Brasil: Protagonismos na Educação, na História e na Política. Rio de Janeiro, 2019.

  • <P. S. A Europa está muito velha.> A Premência de Renovação imperial e a Diplomacia luso-brasileira no Congresso de Viena, 1814-1815. Brasília: Universidade de Brasília / Dissertação de Mestrado, 2017. Zum Artikel.

  • "Uma Pravda brasileira?" O <Última Hora> e as relações Brasil-URSS na primeira Metade dos Anos 60", in: Mundorama - Revista de Divulgação Científica em Relações Internacionais (Bd. 11, Nr. 113, Jan. 2017).

  • "Quando se iniciou uma política externa <brasileira>?", in: 3º Seminário da Associação Brasileira de Relações Internacionais, 3., 2016, Florianópolis. Zum Artikel.

  • Oportunismo ideológico? As relações econômicas entre a União Soviética e a ditadura militar, in: VIIº Congresso Internacional de História, 2015, Maringá, S. 727-739. Zum Artikel.